Startseite Österreich Hasskommentare nach österreichischem ESC-Entscheid: Prominente stellen sich hinter COSMÓ

Hasskommentare nach österreichischem ESC-Entscheid: Prominente stellen sich hinter COSMÓ

Hasskommentare nach österreichischem ESC-Entscheid: Prominente stellen sich hinter COSMÓ
Foto: Instagram/ Eurovision

Mit dem Song „Tanzschein“ wird COSMÓ Österreich beim Eurovision Song Contest vertreten, der im Mai in Wien stattfindet.

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Ein junger Künstler gewinnt die größte Chance seiner bisherigen Laufbahn. Wenige Stunden später steht nicht nur seine Musik im Mittelpunkt, sondern eine hitzige Online-Debatte.

Österreichs künftiger Beitrag für den Eurovision Song Contest, der Song „Tanzschein“, sorgt nach dem nationalen Vorentscheid für Diskussionen, die weit über musikalische Geschmacksfragen hinausgehen.

Wie die Zeitung Heute berichtet, wurde der 19-jährige Sänger COSMÓ nach seinem Erfolg bei der ORF-Show Vienna Calling in sozialen Netzwerken massiv angegriffen. Der Nachwuchsmusiker hatte sich gegen elf Mitbewerber durchgesetzt und erhielt vom Publikum die höchste Punktezahl.

Der ORF ist Österreichs öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der die nationale ESC-Entscheidung organisiert. Mit dem Sieg wurde COSMÓ schlagartig zu einer öffentlichen Figur – und zur Zielscheibe zahlreicher Kommentare.

Hass als Symptom

Die Reaktionen lösten eine breitere Diskussion über den Umgangston im Netz aus. Mehrere prominente Stimmen warnten vor einer zunehmenden Verrohung digitaler Debatten.

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Wie Heute berichtet, stellte sich Kabarettistin Caroline Athanasiadis unter dem Motto „Was wir nicht können ist gönnen!“ hinter den Sänger und fragte: „Wie kann es sein, dass ein junger, ambitionierter, leidenschaftlicher Künstler wie Cosmó für einen Musikbeitrag innerhalb kürzester Zeit so viel Hass und Häme einstecken muss, nur weil einem persönlich sein Lied nicht gefällt?“

In weiteren Beiträgen kritisierte sie laut Heute sowohl die generelle Nörgelkultur rund um den ESC-Vorentscheid als auch die Anonymität im Netz. Sie forderte strengere Regeln für Social-Media-Plattformen und mehr Verantwortungsbewusstsein.

Prominente Unterstützung

Auch aus dem Radiobereich kam Unterstützung. Eberhard Forcher, langjähriger Moderator beim ORF-Radiosender Ö3 und früherer ESC-Scout, zeigte sich bestürzt über die Heftigkeit der Angriffe.

Er schrieb: „Einen 19-jährigen Musiker, der tatsächlich etwas erreicht hat, von dem andere nur träumen können, so dermaßen unflätig niederzumachen, zeigt nur: Es wird tatsächlich immer schlimmer.“

Zugleich verwies er auf die Dynamik anonymer Kritik im Internet und sprach dem Sänger öffentlich Mut zu.

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Institutionelle Mahnungen

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann meldete sich ebenfalls zu Wort. In einer Stellungnahme, aus der Heute zitiert, sagte er: „Schon wieder wurde sehr viel Grausliches und Beleidigendes über ihn im Netz geschrieben. Und ehrlich – mich macht das betroffen – auch wenn es schon beinah Alltag ist. Ein junger Mensch erlebt vermutlich die aufregendsten 24 Stunden seines Lebens. Und wofür? Weil einem das Lied nicht gefällt? Weil einem die Performance nicht zusagt? Geschmäcker sind verschieden. Zum Glück. Sonst wäre alles ziemlich fad und grau.“

Er stellte zudem klar: „aber das bedeutet nicht automatisch, dass er alles aushalten muss. Nicht jede Häme. Nicht jede Beschimpfung. Nicht jede Entgleisung.“

Die Diskussion um COSMÓ reiht sich damit in eine wiederkehrende Debatte über digitale Grenzen, öffentliche Kritik und den Schutz junger Künstler ein.

Quelle: Heute

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