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Melania Trump leitet Sitzung einer von Trump kritisierten Organisation

Melania Trump
The White House, Public domain, via Wikimedia Commons

Ein ungewöhnlicher Termin sorgt in New York für Aufmerksamkeit.

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Die Vereinigten Staaten setzen bei den Vereinten Nationen ein ungewöhnliches Zeichen. Inmitten finanzieller Spannungen und politischer Differenzen mit der Weltorganisation rückt ausgerechnet die First Lady in den Mittelpunkt des mächtigsten UN-Gremiums.

Der Auftritt gilt als historisch und fällt in eine Zeit wachsender Differenzen zwischen der US-Regierung und den Vereinten Nationen.

Spannungen und Signale

Wie AP unter Berufung auf UN-Angaben berichtet, wird Melania Trump am Montag eine Sitzung des Sicherheitsrats leiten. Nach Angaben von UN-Sprecher Stéphane Dujarric ist es das erste Mal in der Geschichte, dass eine First Lady oder ein First Gentleman einer Sitzung des Gremiums vorsitzt.

Die USA übernehmen im März turnusgemäß den Vorsitz des 15-köpfigen Rates. Staaten mit Monatsvorsitz können Themen für besondere Sitzungen festlegen und diese auch selbst leiten.

Dujarric sagte, der Vorsitz sei ein Zeichen für die Bedeutung, die die USA dem Sicherheitsrat und dem Thema beimessen.

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Thema Bildung

Die Sitzung steht unter dem Titel „Kinder, Technologie und Bildung in Konflikten“. Nach Angaben des Büros der First Lady soll der Schwerpunkt auf der Rolle von Bildung bei der Förderung von Toleranz und Frieden liegen.

Melania Trump hatte sich bereits in der Vergangenheit zu Fragen von Kindern in Konfliktgebieten geäußert.

Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg hatte sie nach eigenen Angaben mit einem Schreiben an den russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Initiative angestoßen, die später zur Wiedervereinigung einer Gruppe vertriebener Kinder mit ihren Familien beigetragen habe.

Bei der Sitzung wird die UN-Untergeneralsekretärin für politische Angelegenheiten, Rosemary DiCarlo, im Namen von Generalsekretär António Guterres berichten, so AP weiter.

Finanzielle Konflikte

Der Auftritt erfolgt vor dem Hintergrund offener Finanzfragen. Die Vereinigten Staaten schulden den Vereinten Nationen weiterhin Milliardenbeträge, darunter Pflichtbeiträge für den regulären Haushalt und Friedenseinsätze.

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Guterres hatte zuletzt vor einem „imminent financial collapse“ gewarnt, falls Mitgliedstaaten ihre Beiträge nicht zahlen oder die Finanzregeln reformiert würden. Die Warnung war laut AP klar an die Vereinigten Staaten gerichtet.

Präsident Donald Trump hat die Vereinten Nationen wiederholt kritisiert. Zugleich betonte er zuletzt, dass die Organisation fortbestehen müsse.

Beim ersten Treffen des von ihm initiierten „Friedensrats“ in der vergangenen Woche wies Trump Kritik an seinem außenpolitischen Kurs zurück. Das Gremium soll nach seinen Vorstellungen eine Rolle bei internationalen Konflikten spielen, was bei einigen Verbündeten die Sorge auslöste, es könne die Arbeit des UN-Sicherheitsrats umgehen.

In diesem Zusammenhang äußerte sich Trump auch zur Zukunft der Vereinten Nationen: „Wir werden sicherstellen, dass die Vereinten Nationen handlungsfähig sind“ und zeigte sich zuversichtlich: „Ich denke, dass sie letztlich ihrem Potenzial gerecht werden wird.“ Zudem erklärte er: „Eines Tages werde ich nicht mehr hier sein – die Vereinten Nationen aber schon.“

Quelle: AP

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