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Obama enthüllt private Brexit-Zweifel der Queen

Barack Obama
Evan El-Amin / Shutterstock

Neue Details über die privaten Ansichten von Königin Elizabeth II. zum Brexit sind bekannt geworden und geben Aufschluss darüber, wie die verstorbene Monarchin eine der umstrittensten politischen Entscheidungen des Vereinigten Königreichs bewertete. Die Angaben stammen aus einem neuen Buch, das ihre Beziehung zu US-Präsidenten beleuchtet.

Der Bericht legt nahe, dass die Queen in einem privaten Gespräch mit dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama ungewöhnlich persönliche Ansichten geäußert hat.

Privates Gespräch

Laut The Express unter Berufung auf ein neues Buch der Journalistin Susan Page äußerte die Queen während eines Mittagessens mit Obama im Jahr 2016 ihre Bedenken hinsichtlich des Brexit-Referendums.

Obwohl sie öffentlich neutral blieb, wie es ihre Rolle verlangte, soll sie die Entscheidung hinterfragt haben, eine Volksabstimmung zu einem derart bedeutenden Thema abzuhalten.

Obama erinnerte sich an ihre Reaktion und sagte: „Sie [Elizabeth II.] sagte sinngemäß: ‚Es ist schwer zu verstehen, warum ein Premierminister, der vermutlich Politik versteht, ein Referendum ansetzen würde, dessen Ausgang er bei einer so wichtigen Frage nicht kennt.‘“

Seltener Einblick

Die Äußerungen sind bemerkenswert, da die Queen selbst in privaten Gesprächen nur selten Ansichten zu aktuellen politischen Themen äußerte.

Page schreibt, dass das Gespräch auf dem Höhepunkt der Brexit-Debatte stattfand, als über die Haltung der Monarchin viel spekuliert wurde.

Sie deutet an, dass sich die Queen Obama gegenüber ausreichend vertraut fühlte, um ihre Gedanken zu teilen, was laut der Autorin auf ein von Vertrauen geprägtes Verhältnis hinweist.

Kritik an der Entscheidung

Dem Buch zufolge war die Queen nicht nur gegenüber dem Brexit selbst zurückhaltend, sondern auch besorgt darüber, wie das Referendum vom damaligen Premierminister David Cameron gehandhabt wurde.

Die Autorin merkt an, dass es sich um einen ungewöhnlichen Fall handelt, in dem die Monarchin – selbst in einem privaten Kontext – Kritik an einem amtierenden politischen Führer äußerte.

Das Referendum im Juni 2016 führte schließlich dazu, dass das Vereinigte Königreich für den Austritt aus der Europäischen Union stimmte.

Anhaltende Spekulationen

Die Ansichten der Queen zum Brexit waren lange Gegenstand von Debatten, wobei zu ihren Lebzeiten nur wenig bestätigt wurde.

Der neue Bericht bietet einen der bislang klarsten Einblicke, beruht jedoch auf nachträglich geschilderten Erinnerungen.

Pages Buch The Queen and Her Presidents: The Hidden Hand That Shaped History stützt sich auf Interviews mit mehreren US-Präsidenten und britischen Premierministern, um ihren globalen Einfluss zu beleuchten.

Quellen: The Express, Buch von Susan Page