Russland und die Ukraine haben sich über Nacht erneut mit Langstrecken-Drohnenangriffen überzogen, wobei Angriffe Häfen, Ölinfrastruktur und Gebiete nahe Moskau trafen.
Russland und die Ukraine haben sich über Nacht erneut mit Langstrecken-Drohnenangriffen überzogen, wobei Angriffe Häfen, Ölinfrastruktur und Gebiete nahe Moskau trafen.
Laut Reuters beschädigten russische Angriffe Hafenanlagen in der südukrainischen Stadt Ismajil, während ukrainische Drohnen Berichten zufolge Industrieanlagen innerhalb Russlands angriffen.
Hafenstadt getroffen
Lokale ukrainische Behörden erklärten, russische Drohnen hätten Infrastruktur in Ismajil beschädigt, einer wichtigen Hafenstadt an der Donau.
Das Gebiet spielt eine zentrale Rolle für ukrainische Exporte und wurde im Verlauf des Krieges wiederholt angegriffen.
Offizielle Stellen erklärten, die meisten ankommenden Luftangriffe seien abgefangen worden, größere Opferzahlen wurden zunächst nicht gemeldet.
Online veröffentlichte Bilder zeigten offenbar Feuerwehrleute beim Kampf gegen Flammen an beschädigten Gebäuden nahe des Hafengebiets.
Charkiw angegriffen
Reuters berichtete außerdem über neue russische Drohnenangriffe auf die nordostukrainische Stadt Charkiw.
Lokale Behörden erklärten, Rettungseinsätze liefen, nachdem Gebäude bei den Angriffen beschädigt worden waren.
Bürgermeister Ihor Terechow sagte, zwei Menschen seien aus Trümmern gerettet worden, während eine weitere Person möglicherweise noch eingeschlossen sei.
Weitere Drohnenangriffe wurden auch aus den Regionen Dnipropetrowsk, Mykolajiw und Saporischschja gemeldet.
Drohnen nahe Moskau
Russische Behörden behaupteten, die Luftabwehr habe über Nacht vier ukrainische Drohnen abgefangen, die sich Moskau näherten.
Moskva-Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, Rettungsdienste seien nach dem mutmaßlichen Angriff entsandt worden.
Der Vorfall folgte auf einen der größten jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Hauptstadt am Wochenende.
Russland wirft der Ukraine zunehmend vor, Ziele tief im russischen Staatsgebiet angreifen zu wollen.
Ölinfrastruktur im Visier
Laut Reuters wurden auch in der russischen Region Jaroslawl nordöstlich von Moskau Drohnenangriffe gemeldet.
Regionalgouverneur Michail Jewrajew erklärte, ein „Industrieobjekt“ sei beschädigt worden und nach dem Angriff in Brand geraten.
Jaroslawl beherbergt bedeutende Ölraffinerieanlagen für Russlands Energiesektor.
Die Ukraine hat wiederholt Öl- und Treibstoffanlagen angegriffen, um Russlands Kriegswirtschaft zu schwächen.
Energiekrieg verschärft sich
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Russland habe in den vergangenen Monaten bereits rund zehn Prozent seiner Raffineriekapazitäten verloren.
Die Ukraine argumentiert, Angriffe auf Ölinfrastruktur sollten Moskaus Fähigkeit zur Finanzierung des Krieges einschränken.
Russland setzt unterdessen seine groß angelegten Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainisches Gebiet fort.
Der wachsende Drohnenkrieg beider Seiten verlagert den Konflikt zunehmend weit über die Frontlinien hinaus.
Quellen: Reuters, ukrainische und russische Behörden