Raues Meer in einem winzigen Boot zu überqueren, ist ein unglaublich gefährliches Wagnis.
Für manche verzweifelten Menschen ist es immer noch viel sicherer, sich den eiskalten Wellen zu stellen, als an Land zu bleiben.
Ein Mann brachte sich kürzlich an die absolute körperliche Grenze, um eine Chance auf Freiheit zu erhalten.
Eine verzweifelte Reise
Südkoreanische Küstenkräfte entdeckten am Montagabend ein winziges Wasserfahrzeug, das vor ihren westlichen Küsten trieb. Im Schlauchboot saß ein 68-jähriger Menschenrechtsaktivist.
Dong Guangping trieb sein kleines Schlauchboot lediglich mit einem einfachen Außenbordmotor an. Es gelang ihm, die tückische Meerespassage zwischen den beiden Nationen erfolgreich zu überwinden.
Die Polizei nahm den erschöpften Reisenden wegen mutmaßlicher Einreiseverstöße fest, wie Agerpres berichtete. Sein südkoreanischer Rechtsvertreter bestätigte gegenüber der Presse seine Identität und skizzierte die nächsten rechtlichen Schritte.
Den Elementen trotzen
Rechtsanwalt Kim Joo-kwang erklärte gegenüber AFP, die Situation sei „sehr wahrscheinlich ein Fall von politischem Asylgesuch“.
Die enorme körperliche Belastung der Reise hätte den älteren Passagier beinahe das Leben gekostet. Die ebenfalls pro-demokratische Aktivistin Sheng Xue teilte erschreckende Details über die Überfahrt in den sozialen Medien.
Sie merkte an, dass die waghalsige Flucht von Weihai in Ostchina aus „nach gründlicher Inspektion und Vorbereitung“ gestartet sei.
Sheng erklärte: „Dong Guangping ist wirklich widerstandsfähig und mutig! (…) Ich habe gestern Abend mit ihm gesprochen. Dong sagte, er sei bewusstlos gewesen, als er in südkoreanischen Gewässern ankam. Er habe über 50 Stunden nicht geschlafen und sei über 30 Stunden auf See gewesen, den Seewinden ausgesetzt.“
Eine Geschichte des Widerstands
Der ehemalige Polizist kämpft seit Jahrzehnten für politische Reformen. Die chinesischen Behörden entließen ihn zuvor, weil er eine Petition zur Erinnerung an die Proteste auf dem Tian’anmen-Platz von 1989 unterzeichnet hatte.
Die in den USA ansässige Gruppe Human Rights in China merkte an, dass sein Aktivismus schwere Strafen nach sich zog. Ein Bericht von UN-Experten enthüllte, dass er ab 2001 fast drei Jahre im Gefängnis verbrachte, wegen „Anstiftung zum Umsturz der Staatsgewalt“.
Er floh schließlich nach Thailand, doch die dortigen Behörden lieferten ihn 2015 direkt an die Pekinger Polizei aus. Obwohl er den offiziellen UN-Flüchtlingsstatus besaß, verbrachte er Jahre in seinem Heimatland gefangen, während sich seine Familie in Kanada niederließ.
Quellen: Digi24, AFP, Agerpres, Human Rights in China, United Nations, soziale Medien