Lokale Messaging-Apps bewerben diese internationalen Tankdienste.
Wenn eine grundlegende tägliche Notwendigkeit plötzlich an den lokalen Zapfsäulen verschwindet, kommt das normale Leben schnell zu einem schmerzhaften und frustrierenden Stillstand.
Autofahrer werden naturgemäß extreme Anstrengungen unternehmen, nur um ihre Routinen aufrechtzuerhalten.
Manchmal bedeutet eine schnelle Lösung, weit über die eigenen Landesgrenzen hinauszublicken.
Die Grenze überschreiten
Eine schwere Versorgungskrise zwingt derzeit Autofahrer im südöstlichen Sibirien zu höchst ungewöhnlichen Lösungen.
Bewohner, die nahe der Grenze der Region Transbaikalien leben, bezahlen nun Dritte dafür, ihre leeren Fahrzeuge direkt ins benachbarte China zu bringen.
Lokale Messaging-Apps sind vollständig mit Anzeigen überflutet, die diese internationalen Tankdienste bewerben.
Laut dem russischen Nachrichtenportal Ostorozhno Novosti transportieren beauftragte Fahrer die Autos in die chinesische Stadt Manzhouli, füllen die Benzintanks und fahren sie dann direkt zurück nach Hause.
Eine angespannte Lage
Die lokale Regierung hatte Ende Juni den Benzinverkauf für Privatpersonen ursprünglich auf nur 15 Liter pro Tag beschränkt.
An den wenigen funktionierenden Tankstellen bildeten sich sofort massive Schlangen, wobei sich einige Warteschlangen kilometerweit die Straße entlang zogen.
Regionale Behörden bezeichneten die aktuelle Kraftstoffversorgungslage offiziell als „extrem angespannt“.
Gouverneur Alexander Osipov bemerkte, dass Einheimische „tagelang“ in ihren Autos festsaßen, nur um an die Zapfsäule zu gelangen.
Preise und Patrouillen
Um das Chaos zu bewältigen, versprachen Beamte, ein elektronisches Warteschlangensystem einzuführen und gestrandeten Fahrern Nahrung sowie Trinkwasser zur Verfügung zu stellen.
Die Beschaffung von Benzin über die Grenze ist für diese verzweifelten Autofahrer immer noch mit strengen Regeln und ziemlich hohen Kosten verbunden.
Ostorozhno Novosti berichtete, dass Diesel bei etwa 66 Rubel pro Liter beginnt und Unternehmen warnen, dass chinesische Zollbeamte lose Kraftstoffkanister beschlagnahmen könnten.
Auch der Schmuggel von zusätzlichem Benzin durch andere Nachbarländer wird zunehmend schwierig.
Das größere Bild
Reuters berichtete, dass Beamte in Kasachstan kürzlich ihre Grenzkontrollen verstärkt haben, um russische Autofahrer daran zu hindern, ihre günstigeren Vorräte aufzukaufen.
Diese lokalisierte Panik ist letztlich Teil einer viel größeren nationalen Störung im ganzen Land.
Laut United24 Media haben lokale Regierungen nun offizielle Benzinverkaufsbeschränkungen in 41 verschiedenen russischen Regionen eingeführt.
Der Generalstab der Ukraine behauptet, dass ihre gezielten Militärschläge fast 43 Prozent der gesamten russischen Ölraffineriekapazität erfolgreich außer Gefecht gesetzt haben.
Quellen: Ostorozhno Novosti, Reuters, United24 Media, Generalstab der Ukraine