Russland hat offenbar stillschweigend die Rekrutierung ausländischer Kämpfer für seinen Krieg in der Ukraine eingeschränkt.
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Nach Angaben des Investigativportals Important Stories haben russische Militärrekrutierer eine Liste mit 43 Ländern erhalten, deren Staatsbürger nicht mehr als Vertragssoldaten angeworben werden dürfen.
Die Liste soll in sozialen Netzwerken aufgetaucht sein, die mit Rekrutierungsnetzwerken in Verbindung stehen, und wurde demnach von einem regionalen Zentrum für Vertragsrekrutierung bestätigt.
43 Länder auf der Liste
Journalisten berichten, dass die Schwarze Liste zunächst 36 Länder umfasste, die als „freundlich“ gegenüber Russland gelten.
Darunter befinden sich Kuba, China, Indien, die Türkei, Iran und Ägypten sowie mehrere arabische Staaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Bahrain.
Auch Vietnam, Äthiopien, Kenia und Israel stehen auf der Liste.
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Im Februar wurden die Beschränkungen auf sieben weitere Länder ausgeweitet: Kolumbien, Argentinien, Kamerun, Libyen, Somalia, Jemen und Irak.
Die Gründe für die Entscheidung wurden offiziell nicht erläutert.
Journalisten vermuten jedoch, dass der Schritt darauf abzielt, diplomatische Spannungen mit Partnerstaaten zu vermeiden, deren Bürger für den Krieg angeworben wurden.
Tausende zuvor rekrutiert
Bis vor Kurzem hatte Russland aktiv Kämpfer aus Teilen Afrikas, Lateinamerikas und Asiens angeworben.
Kenia hatte zuvor gemeldet, dass bis zu 1.000 seiner Staatsbürger in russische Dienste eingetreten seien, wobei Berichten zufolge viele über die Art ihrer Verträge getäuscht worden seien.
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Eine ähnliche Zahl von Kubanern soll auf russischer Seite gekämpft haben, daneben kleinere Kontingente aus Nepal und Sri Lanka.
Der Großteil der ausländischen Rekruten soll jedoch aus Zentralasien stammen, darunter aus Tadschikistan, Kasachstan und Belarus.
Mehr als 10.000 ausländische Kämpfer
Nach Angaben des ukrainischen Projekts I Want to Live hatte Russland bis Herbst 2025 mehr als 10.000 ausländische Söldner rekrutiert.
Staatsbürger der nun auf der Schwarzen Liste stehenden Länder sollen 37 Prozent dieser Gesamtzahl ausgemacht haben.
Obwohl Moskau die Existenz einer solchen Liste nicht öffentlich bestätigt hat, deuten die gemeldeten Einschränkungen auf eine mögliche Kursänderung bei der Anwerbung ausländischer Kämpfer hin, während sich der Krieg in der Ukraine weiter hinzieht.
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Quellen: Important Stories; I Want to Live; O2