Selbst kleine Akte des Dissenses können in Russland schwerwiegende Folgen haben.
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Seit der Invasion der Ukraine wurden die Gesetze gegen Kritik am Militär verschärft, und die Behörden gehen hart gegen Stimmen vor, die sich gegen den Krieg aussprechen.
Ein Fall mit einem Schulmädchen hat internationale Aufmerksamkeit erregt.
Eine Zeichnung im Unterricht
Laut einem Bericht von Le Monde, der von Daily Star zitiert wird, wurde ein 12-jähriges Mädchen namens Mascha Moskaljowa zusammen mit ihren Klassenkameraden gebeten, während einer Kunststunde pro-russische Zeichnungen anzufertigen.
Während andere Schüler unterstützende Bilder malten, wählte sie einen anderen Ansatz.
„Die anderen malten Panzer für Russland. Ich beschloss, das zu zeichnen, was ich sah“, sagte Mascha.
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Ihre Zeichnung zeigte Berichten zufolge Raketen, die auf Zivilisten fielen, zusammen mit der Botschaft „Nein zu Putin, nein zum Krieg“ sowie eine ukrainische Flagge.
Beteiligung der Polizei
Das Kunstwerk wurde den Schulbehörden gemeldet und später an die Polizei weitergeleitet, was eine Untersuchung auslöste.
Die Behörden begannen, ihren Vater, Alexej Moskaljow, einen alleinerziehenden Elternteil, der sie jahrelang aufgezogen hatte, zu untersuchen.
Berichten zufolge fanden Beamte regierungsfeindliche Inhalte auf seinen Social-Media-Konten, was zu seiner Verhaftung führte.
Verhaftung und Trennung
Alexej Moskaljow wurde in Gewahrsam genommen und beschrieb später eine harte Behandlung während der Haft.
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„Sie fesselten mich auf dem Boden, quetschten meinen Kopf und meinen Rücken. Sie durchwühlten alles, rissen Fotos herunter, leerten die Schränke, warfen Maschas Bett um. Es war keine Durchsuchung, es war totale Zerstörung“, sagte er gegenüber Le Monde.
In der Zwischenzeit wurde seine Tochter aus seiner Obhut genommen und in ein Waisenhaus gebracht, bevor sie zu ihrer getrennt lebenden Mutter gebracht wurde.
Leben im Exil
Nach seiner Freilassung im Oktober 2024 wurde Moskaljow mit seiner Tochter wiedervereinigt.
Das Paar verließ später Russland und lebt nun laut Le Monde im Exil in Paris, Frankreich.
Ihr Fall ist zu einem viel zitierten Beispiel dafür geworden, wie Russlands Kriegsgesetze selbst Kinder und ihre Familien betreffen können.
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Human Rights Watch hat berichtet, dass Gesetze, die im Jahr 2022 eingeführt wurden, bestimmte Formen der Kritik am Krieg mit Geldstrafen oder Gefängnisstrafen von bis zu 15 Jahren belegen.
Quellen: Le Monde, Human Rights Watch, Daily Star