Heftige Regenfälle haben die Loire im Westen Frankreichs anschwellen lassen.
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Heftige Regenfälle und steigende Flusspegel setzen nicht nur Städte und Dörfer unter Druck. Auch für zahlreiche Wildtiere werden Überschwemmungen zunehmend zur Gefahr.
Fachleute beobachten, dass extreme Wetterlagen Tiere immer häufiger aus ihren angestammten Lebensräumen vertreiben – mit teils überraschenden Folgen für Anwohner.
Klimafolgen spürbar
Wie Le Courrier de l’Ouest berichtet, beobachten Fachleute im westfranzösischen Maine-et-Loire derzeit die Auswirkungen der Überschwemmungen entlang der Loire.
Nach Angaben der Société herpétologique de Touraine würden viele Reptilien durch die starken Hochwasser aus ihren Lebensräumen verdrängt. Eigentlich befänden sich Schlangen zu dieser Jahreszeit am Ende ihrer Winterruhe.
Doch stärkere Hochwasserereignisse zwingen sie laut den Experten zur Anpassung. Die steigenden Wasserstände gelten als eine der sichtbaren Folgen klimatischer Veränderungen, die natürliche Rückzugsorte überfluten.
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Cyril Michel, Vizepräsident der Organisation und Leiter des Programms „SOS Serpent“, sagte der Zeitung zufolge, alle heimischen Schlangenarten könnten schwimmen, jedoch kämen nicht alle gleich gut mit starken Strömungen zurecht. Einige Tiere seien von den Fluten erfasst worden und gestorben.
Zuflucht im Wohnhaus
Wie Le Courrier de l’Ouest weiter berichtet, zeigte sich die Lage kürzlich in Rochefort-sur-Loire besonders anschaulich. Dort entdeckte eine Bewohnerin in ihrem vom Hochwasser umgebenen Haus plötzlich eine Schlange.
Die Frau wandte sich an die Fachleute, die sie aus der Ferne unterstützten. Nach Einschätzung der Organisation handelte es sich um eine Vipernatter – eine ungiftige Art, die eng an Gewässer gebunden ist.
Die Schlange ernährt sich vor allem von Kaulquappen und kleinen Fischen. In überfluteten Gebieten findet sie daher zwar Nahrung, gerät jedoch zugleich in ungewohnte Nähe zu menschlichen Siedlungen.
Vorsicht bei Aufräumarbeiten
Nicht nur Schlangen, auch andere Wildtiere wie Wildschweine, Rehe, Füchse oder Hasen seien durch die Wassermassen aus ihren Habitaten verdrängt worden, heißt es weiter.
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Einige Tiere hätten sich ans Ufer retten oder sich an Treibgut und Gebäuden festhalten können. Dort warteten sie nun auf sinkende Pegelstände.
Mit Blick auf die beginnende Entspannung der Hochwasserlage mahnen die Experten zur Aufmerksamkeit bei Aufräumarbeiten im Freien. Zudem erinnern sie daran, dass alle Schlangenarten in Frankreich streng geschützt sind, da ihre Bestände als stark gefährdet gelten.
Quelle: Le Courrier de l’Ouest