Die Kämpfe in der Südukraine haben wiederholt Befürchtungen vor einem Nuklearunfall mit weltweiten Folgen geweckt.
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Nun deutet eine neue Ankündigung aus Moskau auf eine vorübergehende Einstellung der Feindseligkeiten rund um Europas größtes Atomkraftwerk hin.
Der russische Staatskonzern für Kernenergie Rosatom hat laut Angaben seines Chefs Alexej Lichatschow eine lokale Waffenruhe in der Nähe des Kernkraftwerks Saporischschja ausgerufen.
Waffenruhe verkündet
Lichatschow erklärte, die Kampfpause solle Reparaturarbeiten an der Anlage ermöglichen, die seit März 2022, wenige Wochen nach Beginn der groß angelegten Invasion der Ukraine, unter russischer Kontrolle steht.
Die Ukraine hat die Ankündigung einer Waffenruhe bislang nicht bestätigt.
Sollte sie umgesetzt werden, wäre es die fünfte derartige Vereinbarung rund um den Standort. Frühere Absprachen kamen unter Beteiligung der Internationalen Atomenergie-Organisation zustande.
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Sorgen um Reparaturen
Das Kraftwerk Saporischschja gehört zu den zehn größten Kernkraftwerken der Welt und war vor dem Krieg für rund 20 Prozent der ukrainischen Stromproduktion verantwortlich.
Im vergangenen Monat begannen Reparaturarbeiten an einer beschädigten 330-Kilovolt-Reserveleitung, die das Werk mit dem Stromnetz verbindet.
Die Leitung war am 2. Januar nach militärischen Aktivitäten in der Region abgeschaltet worden. Die Internationale Atomenergie-Organisation bezeichnete sie als „entscheidend“ für die nukleare Sicherheit und einen stabilen Betrieb.
Warnungen zur Sicherheit
Seit Beginn der Invasion hat die Internationale Atomenergie-Organisation wiederholt vor den Risiken durch Kämpfe in der Nähe der Anlage gewarnt.
Die Behörde erklärte, ihr Team vor Ort habe „eine große Anzahl von Explosionen gehört, darunter einige in unmittelbarer Nähe des Standorts“.
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Weiter hieß es: „Das Team … hat in der vergangenen Woche täglich mehrere Luftalarmmeldungen gemeldet und wurde darüber informiert, dass ein militärisches Flugobjekt in etwa 10 Kilometern Entfernung vom Standort gesichtet wurde.“
Nach einer früheren Waffenruhe sagte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi: „Diese vorübergehende Waffenruhe, die vierte, die wir ausgehandelt haben, zeigt die unverzichtbare Rolle, die wir weiterhin spielen.“
Das Kraftwerk ist derzeit für die externe Stromversorgung auf eine einzige 750-Kilovolt-Hauptleitung angewiesen, was die Sorge vor Verwundbarkeit bei weiteren Störungen erhöht.
Quellen: Daily Express, Internationale Atomenergie-Organisation