Russland und Iran haben ihre politischen und militärischen Beziehungen deutlich verstärkt.
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Teheran hat Russland mit Shahed-Drohnen beliefert, die häufig bei Angriffen auf ukrainische Städte eingesetzt wurden. Gleichzeitig haben die beiden Länder ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Geheimdienst und regionale Sicherheit vertieft.
Die Partnerschaft wurde 2025 weiter gefestigt, als Moskau und Teheran ein Abkommen über strategische Zusammenarbeit unterzeichneten, das die militärische Kooperation zwischen beiden Ländern ausbauen soll.
Nun warnt der ukrainische Präsident, dass sich dieses Bündnis noch weiter zuspitzen könnte.
Selenskyj warnt vor möglicher Entsendung von Truppen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, Russland könnte möglicherweise Truppen entsenden, um den Iran zu unterstützen, während die Spannungen im Nahen Osten weiter zunehmen.
In einem Interview mit dem irischen Journalisten und Influencer Caolan Robertson argumentierte Selenskyj, dass Moskau Teheran bereits militärisch unterstütze und als nächsten Schritt Soldaten entsenden könnte.
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“Angesichts der Situation gibt es nur eine Frage: Wann und welches Land wird das erste sein, das das iranische Regime durch die Entsendung von Truppen unterstützt?”, sagte Selenskyj.
“Genau wie es mit Russland geschah, als Nordkorea 10.000 Soldaten schickte, die derzeit in Russland stationiert sind, aber in die Ukraine geschickt werden könnten. Dasselbe könnte im Iran passieren. Russland könnte dort Truppen entsenden.”
Zunehmende militärische Unterstützung
Selenskyj behauptete außerdem, dass Russland den Iran bereits mit Drohnen unterstütze und weitere militärische Hilfe leisten könnte.
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten könnte Moskau Teheran auch mit Raketensystemen sowie mit Fähigkeiten zur Luftverteidigung unterstützen.
Diese Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Berichte aufgetaucht sind, wonach Russland während des aktuellen Konflikts im Nahen Osten seine Geheimdienstkooperation mit dem Iran verstärkt haben könnte.
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Krieg im Iran eskaliert
Die Warnung folgt auf eine groß angelegte Militärkampagne der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran, die am 28. Februar begann.
Berichten zufolge richteten sich Hunderte von Angriffen gegen strategische militärische Einrichtungen im ganzen Land.
Bei den Angriffen wurden Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei sowie mehrere hochrangige iranische Militärvertreter getötet.
Führungswechsel in Teheran
Nach den Angriffen wurde Ali Chameneis Sohn Mojtaba Chamenei zum neuen obersten Führer des Iran gewählt.
Der russische Präsident Wladimir Putin gratulierte Mojtba Chamenei später zu seiner Ernennung.
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Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, der Iran habe keine militärische Unterstützung von Russland angefordert und Moskau habe bisher lediglich politische Unterstützung geleistet.
Strategische Partnerschaft
Russland und Iran unterzeichneten im Januar 2025 ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft zur Stärkung der militärischen und sicherheitspolitischen Zusammenarbeit.
Berichten der Financial Times zufolge unterzeichnete der Iran außerdem ein geheimes Abkommen im Wert von rund 500 Millionen Euro zum Kauf moderner russischer Luftverteidigungssysteme, um sein Luftverteidigungsnetz nach früheren Konflikten mit Israel wieder aufzubauen.
Die Washington Post berichtete außerdem, dass Russland dem Iran möglicherweise Geheimdienstinformationen über den Standort von US-Kriegsschiffen und Flugzeugen im Nahen Osten geliefert habe.
Quellen: Ukrainska Pravda, Financial Times, Washington Post, Digi24