Startseite Krieg Trotz Namensänderungen und neuer Flagge – Ukraine beschlagnahmt russisches Schatten-Schiff

Trotz Namensänderungen und neuer Flagge – Ukraine beschlagnahmt russisches Schatten-Schiff

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Die russische Wirtschaft ist stark von Energieexporten abhängig.

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Öleinnahmen bilden eine entscheidende Quelle für Staatseinnahmen und die Finanzierung staatlicher Ausgaben.

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine ist die Aufrechterhaltung dieser Exporte noch wichtiger geworden, da Sanktionen den Zugang zu traditionellen Märkten eingeschränkt haben.

Diese Abhängigkeit hat Moskau dazu gezwungen, alternative Wege zu finden, um den Fluss von Öl und anderen Gütern aufrechtzuerhalten, selbst unter zunehmendem internationalen Druck.

Schiff festgesetzt

Der ukrainische Sicherheitsdienst (SBU) gab bekannt, dass er im Hafen von Odessa ein Schiff beschlagnahmt habe, von dem angenommen wird, dass es Teil der sogenannten „Geisterflotte“ Russlands ist, so Kyiv Post, zitiert von Digi24.

Ermittler behaupten, das Schiff sei am Transport ukrainischer Agrargüter von der von Russland besetzten Krim beteiligt gewesen.

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Das Schiff wurde festgesetzt, nachdem es unter der Flagge eines afrikanischen Landes eingelaufen war, Berichten zufolge, um eine Ladung Stahlrohre zu laden.

Sanktionsumgehung

Laut SBU unterlag der Eigentümer des Schiffes ukrainischen Sanktionen und versuchte, Beschränkungen zu umgehen, indem er wiederholt den Namen des Schiffes änderte und das eingetragene Eigentum über Drittländer laufen ließ.

Die Behörden gaben an, dass der Kapitän auch die Flagge des Schiffes geändert und dessen automatisches Identifizierungssystem (AIS) abgeschaltet habe, um eine Verfolgung zu vermeiden.

Bei Durchsuchungen an Bord wurden Navigationsaufzeichnungen, Karten und Kommunikationsprotokolle entdeckt, die laut Ermittlern illegale Einfahrten in Häfen auf der besetzten Krim belegen.

Besatzung und Anklage

Zum Zeitpunkt der Beschlagnahmung befanden sich 17 Besatzungsmitglieder an Bord, alle aus Ländern des Nahen Ostens, einschließlich des Kapitäns.

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Der Kapitän wurde gemäß ukrainischem Recht formell über den Verdacht des illegalen Betretens besetzten Gebiets informiert.

Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Gefängnis, so die SBU.

Aktivitätsmuster

Beamte sagen, das Schiff habe vor der umfassenden Invasion mehrfach in Sewastopol angedockt und Getreide unter Verstoß gegen ukrainische Vorschriften exportiert.

In einem Fall im Januar 2021 transportierte es Berichten zufolge fast 7.000 Tonnen Getreide von der Krim nach Nordafrika.

Diese Operationen werden als Teil eines umfassenderen Aktivitätsmusters im Zusammenhang mit Russlands Bemühungen zur Aufrechterhaltung der Exporte trotz Sanktionen angesehen.

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Geisterflotten-Netzwerk

Die „Geisterflotte“ bezieht sich auf ein Netzwerk von Schiffen, die unter ständig wechselnden Identitäten operieren, um internationale Beschränkungen zu umgehen.

Diese Schiffe werden häufig zum Transport von sanktioniertem Öl und anderen Gütern eingesetzt und tragen dazu bei, die russische Wirtschaft während des Krieges zu stützen.

Die Ukraine hat ihre internationalen Partner aufgefordert, die Durchsetzungsmaßnahmen zu verstärken, wobei Länder wie Frankreich, Belgien und das Vereinigte Königreich in den letzten Monaten Maßnahmen gegen verdächtige Schiffe verstärkt haben.

Quellen: Kyiv Post, Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU), Digi24.

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