Ein unscheinbarer grauer Container, der vor Kurzem noch auf einem Parkplatz im Kopenhagener Stadtteil Sydhavn stand, könnte bald eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung auf künftige Mondmissionen spielen.
Das sogenannte FlexHab wurde von Architekt Sebastian Aristotelis und seinem Team entwickelt und nun in den neuen Trainingsanlagen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in Köln installiert. Hier trainieren europäische und amerikanische Astronautinnen und Astronauten für die Artemis-Missionen – die ambitionierten Vorhaben der NASA und ihrer Partner, wieder Menschen auf den Mond zu bringen.
Das berichtet die Zeitung DR.
Auf nur 28 Quadratmetern bietet das Habitat Platz für vier Personen. Jeder Zentimeter ist durchdacht: Viele Elemente erfüllen gleich mehrere Funktionen, Möbel lassen sich zusammenklappen oder verschwinden in der Wand. Die Innenräume kombinieren helle Hochglanzflächen mit Korkelementen, schaffen Platz zum Arbeiten, Forschen – und auch zum Kochen oder Ausruhen. Selbst vier Schlafkabinen sind untergebracht, laut ESA „sehr geräumig“ für erfahrene Raumfahrer.
In Köln wurde das Habitat nun auf einer künstlich nachgebildeten Mondoberfläche positioniert. Ziel ist es, realitätsnahe Simulationen durchzuführen, bei denen sich Astronautinnen und Astronauten über Wochen hinweg unter Mondbedingungen aufhalten. „Man lebt und wohnt in der Mondsimulation“, erklärt Michael Linden-Vørnle von DTU SPACE, „um herauszufinden, wie man unter diesen Bedingungen optimal arbeiten und leben kann.“
Mit dem Projekt beweisen die dänischen Architekten, dass Raumfahrt nicht nur eine technische, sondern auch eine gestalterische Herausforderung ist – und dass große Ideen manchmal in kleinen Containern stecken.