Trumps neue Zölle sorgen für Panik – Ölpreise brechen weltweit ein

Amalie L.

18 Stunden vor

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03/04/2025
Welt
Foto: Jonah Elkowitz / Shutterstock.com
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Anleger befürchten, dass höhere Zölle das globale Wirtschaftswachstum bremsen und die Nachfrage nach Öl und Treibstoff verringern könnten.

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Die Ölpreise sind am Donnerstag, dem 3. April, stark gefallen, nachdem der frühere US-Präsident Donald Trump eine neue Runde von Importzöllen angekündigt hatte.

Anleger zeigen sich besorgt, dass dieser Schritt einen globalen Handelskrieg auslösen könnte, was das Wirtschaftswachstum verlangsamen und die Nachfrage nach Treibstoff senken würde.

Laut Reuters fiel der Preis für Brent-Öl um 1,60 US-Dollar bzw. 2,13 % auf 73,35 US-Dollar pro Barrel. Zuvor am Tag war der Preis bereits um mehr als 3 % gesunken – der größte tägliche Rückgang seit Anfang März. Das US-amerikanische West Texas Intermediate (WTI) verlor 1,62 US-Dollar bzw. 2,26 % und lag bei 70,09 US-Dollar.

Der Rückgang erfolgte, nachdem Trump einen Mindestzoll von 10 % auf die meisten in die USA eingeführten Waren angekündigt hatte.

Viele Länder werden sogar mit noch höheren Zollsätzen konfrontiert sein.

Die USA sind der weltweit größte Ölverbraucher, und die neuen Zölle könnten Handel und wirtschaftliche Aktivität schwächen.

Märkte auf dem falschen Fuß erwischt

„Die Ankündigung der US-Zölle hat die Märkte eindeutig überrascht“, sagte Yip Jun Rong, Marktanalyst bei IG, in einer Stellungnahme gegenüber Reuters.

Viele hätten mit einem pauschalen Zollsatz von 15–20 % gerechnet, doch der endgültige Plan sei deutlich aggressiver ausgefallen.

Nun konzentrieren sich Händler darauf, welche Auswirkungen dies auf die Weltwirtschaft haben könnte.

Ein Konjunkturabschwung würde die Nachfrage nach Öl und Energie insgesamt verringern.

Öl ausgenommen – doch Sorgen bleiben

Obwohl das Weiße Haus bestätigt hat, dass Öl, Gas und Treibstoffprodukte nicht von den Zöllen betroffen sind, warnen Analysten davor, dass die allgemeinen wirtschaftlichen Folgen dennoch die Ölnachfrage belasten könnten.

„Das ist eindeutig schlecht für den Handel und das Wirtschaftswachstum – und das bedeutet eine geringere Ölnachfrage“, sagte Bjarne Schildrop, Chefrohstoffanalyst bei SEB. „Aber wir wissen noch nicht, wie groß die Auswirkungen letztlich sein werden.“

Analysten der UBS haben ihre Ölpreisprognosen für 2025 und 2026 um jeweils 3 US-Dollar pro Barrel gesenkt. Sie rechnen nun mit einem durchschnittlichen Preis von 72 US-Dollar pro Barrel, da sich die globalen Rahmenbedingungen abschwächen.

Unerwartet hohe Lagerbestände erhöhen Druck

Die US-Energiebehörde (EIA) berichtete, dass die Rohölvorräte in der vergangenen Woche um 6,2 Millionen Barrel gestiegen seien – deutlich mehr als der erwartete Rückgang von 2,1 Millionen Barrel.

Dieser überraschende Anstieg erhöhte den Druck auf die ohnehin fallenden Preise.

Zudem erklärte die EIA, dass die Benzinnachfrage zurückgegangen sei und Raffinerien weniger Treibstoff produzierten als für diese Jahreszeit üblich.

Fachleute erwarten, dass die Ölpreise in den kommenden Wochen volatil bleiben. Andere Länder könnten mit eigenen Handelsmaßnahmen auf die US-Zölle reagieren oder versuchen, Ausnahmen auszuhandeln.

Die langfristigen Auswirkungen auf die Ölpreise hängen davon ab, wie sich der Welthandel und das Wirtschaftswachstum angesichts dieser neuen Politik entwickeln.