Finnland verdoppelt Verteidigungsanstrengungen und plant Wiedereinführung von Landminen angesichts wachsender Spannungen mit Russland

Amalie L.

21 Stunden vor

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02/04/2025
Welt
Foto: Pixabay
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Helsinki verweist auf zunehmende Sicherheitsbedenken gegenüber Moskau; der Kreml bedauert die Entscheidung, zeigt sich jedoch offen für künftigen Dialog.

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Nach Jahrzehnten der Neutralität richtet Finnland seine Sicherheitsstrategie zunehmend neu aus. Als NATO-Mitglied geht das nordische Land nun einen drastischen Schritt, der seine wachsende Besorgnis über Russlands militärische Ambitionen unterstreicht: den Austritt aus dem internationalen Verbot von Landminen sowie das Versprechen, die Verteidigungsausgaben bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich zu erhöhen.

Finnland verschärft seine Sicherheitsstrategie

Die finnische Regierung kündigte am Dienstag an, sich aus der Ottawa-Konvention von 1997 zurückzuziehen, die Antipersonenminen verbietet. Gleichzeitig gab sie Pläne bekannt, die Militärausgaben bis 2029 auf mindestens 3 % des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen.

Diese Maßnahmen spiegeln wider, was Helsinki als eine „sich entwickelnde militärische Bedrohung“ durch das benachbarte Russland bezeichnet, mit dem es eine 1.300 Kilometer lange Grenze teilt. Finnland trat der NATO im Jahr 2023 bei, nachdem Russland eine umfassende Invasion der Ukraine gestartet hatte – ein Schritt, der in Moskau scharf kritisiert wurde.

Der finnische Präsident Alexander Stubb betonte wiederholt die Notwendigkeit, die russische Bedrohung ernst zu nehmen. Zwar räumte er in dieser Woche ein, dass sich Finnland eines Tages „mental auf eine künftige diplomatische Entspannung“ mit Russland vorbereiten müsse, doch unterstrich er, dass ein solcher Zeitpunkt vom Ausgang des Krieges in der Ukraine abhängen werde.

Reaktion des Kremls und Signal zur künftigen Gesprächsbereitschaft

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow reagierte auf Finnlands neue Verteidigungsstrategie mit der Schuldzuweisung, dass die Verschlechterung der Beziehungen auf den NATO-Beitritt und die darauffolgenden politischen Schritte Finnlands zurückzuführen sei. Er sagte, Finnland und Schweden hätten die bilateralen Beziehungen „praktisch auf null reduziert“, fügte jedoch hinzu, dass Präsident Wladimir Putin weiterhin offen sei für einen Dialog „mit jenen, die diesen wünschen“.

Peskow erinnerte an eine ehemals „für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit“ zwischen Russland und Finnland, insbesondere im Bereich Wirtschaft und Handel. Gleichzeitig kritisierte er die Länder dafür, „die militärische Infrastruktur der NATO auf ihr Territorium zu bringen“.

Regionale Auswirkungen

Finnland ist nicht das einzige Land, das das Verbot von Landminen überdenkt. Bereits im vergangenen Monat kündigten auch Polen und die baltischen Staaten – Estland, Lettland und Litauen – ihre Absicht an, aus dem Abkommen auszutreten, und verwiesen ebenfalls auf zunehmende russische Aggressionen als Begründung.

Finnland hatte zuvor seine Landgrenze zu Russland geschlossen und diese Schließung auf unbestimmte Zeit verlängert. Es wirft Moskau vor, Migrantenströme als Teil hybrider Kriegsführung gezielt zu steuern – ein Vorwurf, den der Kreml zurückweist.

Durch den Austritt aus dem Abkommen wird es Finnland wieder möglich sein, Landminen zu lagern und gegebenenfalls einzusetzen – ein Schritt, den das Land angesichts der zunehmenden Militarisierung der NATO-Ostflanke für notwendig hält.

Quelle: HotNews.ro