Gold in der Fremde: Warum deutsche Konservative das US-Lager in Frage stellen

Amalie L.

2 Tage vor

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31/03/2025
Welt
Foto: Wikimedia
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Die glänzenden Reserven Deutschlands ruhen seit Jahrzehnten in den Tresoren der Welt – ein Symbol wirtschaftlicher Stärke und sicherheitspolitischer Vernunft.

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Doch mit über 1.200 Tonnen Gold im Wert von mehr als 100 Milliarden Euro, die weiterhin in New York lagern, mehren sich in Berlin die Stimmen, die den Kurs der Vergangenheit infrage stellen.

Das berichtet die Zeitung Digi24.

Insbesondere konservative Politiker schlagen Alarm. Hintergrund ist nicht ein konkreter Vorfall, sondern eine wachsende Unsicherheit: Donald Trump – möglicher nächster Präsident der USA – könnte mit seiner unberechenbaren Art auch Einfluss auf internationale Vereinbarungen und rechtliche Garantien nehmen.

In diesem Licht erscheint selbst der traditionsreiche Goldstandort New York plötzlich als potenzielles Risiko.

CDU-Politiker Marco Wanderwitz, der schon 2012 eine Prüfung der Goldlager angestoßen hatte, sieht erneut Gesprächsbedarf. Sein Parteikollege Markus Ferber fordert, dass Bundesbank-Mitarbeiter die Barren vor Ort überprüfen. Zwar betont Bundesbank-Präsident Joachim Nagel, man vertraue der Federal Reserve in New York – schlaflose Nächte bereite ihm das Thema nicht.

Doch viele in Berlin empfinden das Vertrauen als zu selbstverständlich.

Erinnerungen an 2013 werden wach, als Deutschland bereits Gold aus Paris zurückholte – ebenfalls unter dem Druck einer populistischen Debatte. Heute lagert der Großteil der deutschen Goldreserven wieder in Frankfurt, kleinere Mengen weiterhin in London und New York.

Die aktuellen Debatten zeigen: Gold ist mehr als ein finanzieller Rückhalt. Es steht auch symbolisch für Souveränität und Kontrolle. Und in einer Welt, in der selbst alte Partner wanken können, wird aus einem fernen Tresor schnell ein politischer Unsicherheitsfaktor.